Was stimmt, was stimmt nicht – und worauf es wirklich ankommt. Mit echten Zahlen, nicht mit Meinungen.
Ich war in meinen Anfängen mit Pferden genauso. Packung umdrehen, Melasse lesen, weglegen. Ich wusste es damals schlicht noch nicht besser und hab damit jahrelang auf wirklich gutes Futter verzichtet. Heute weiß ich es besser – und das zeige ich dir jetzt mit echten Zahlen.
Verschieb die Regler – und sieh, wie winzig der Zuckeranteil aus dem Zusatzfuttermittel, das ich meinen Pferden füttere, wirklich ist.
In pelletiertem Pferdefutter wird Melasse oft als natürliches Bindemittel eingesetzt. Was genau richtig ist, wenn es nur ein paar Gramm sind – und nicht Masse als billiges Füllmittel. Wie leider oft bei günstigem Industriefutter.
Aber wenn du hochwertiges Zusatzfutter hast, mit feinen Kräuterpartikeln und Mikronährstoffen, die hoch bioverfügbar für dein Pferd sind – brauchst du Bindemittel. Da reden wir dann aber nur von 2–3 % Zucker für die Bindung. Mehr nicht. Und das ist sehr viel besser als ein synthetisches Bindemittel.
Dein größter Hebel bei einem stoffwechselempfindlichen Pferd? Nicht das Zusatzfuttermittel. Sondern Heuqualität (Heuanalyse machen!) und Weidezeit anpassen. Die 2 g aus den Pellets sind statistisches Grundrauschen.
Genauso wie wir Futter zu schnell verurteilen, befinden wir schlechtes Futter zu schnell für gut. Da steht Mineralfutter drauf, ein gesundes Pferd auf dem Etikett – und wir nicken. Aber schau mal genauer hin.
Es gibt Mineralfutter, da steckt billiges Magnesium Oxid drin statt gut bioverfügbares Magnesium Glycinat. Der Name klingt gleich. Die Wirkung ist eine völlig andere Geschichte.
Unsere Böden sind ausgelaugt. Unsere Wiesen wurden für die Milchwirtschaft optimiert – viel Energie, viel Zucker, aber erschreckend wenig Mineralien. Selen, Zink, Kupfer, Mangan – das suchen wir im modernen Heu oft vergeblich. Je mehr Heu dein Pferd frisst, desto mehr Spurenelemente braucht es, um es zu verarbeiten.
Schau auf Dosierung, Kontext und Qualität – nicht auf ein einzelnes Wort.
„Mineralfutter" drauf heißt noch lange nicht, dass die Stoffe bioverfügbar sind.
Heuanalyse machen, Weidezeit anpassen – das ist der echte Unterschied.
Eine kleine Tagesdosis mit organischen Mineralien kann mehr leisten als ein Eimer Füllstoff.
Meine Stute Carey kam kerngesund zu mir. Glänzendes Fell, klare Augen, top Blutwerte. Das war in meinen Anfängen mit Pferden – ich wollte alles richtig machen und wusste noch nicht, was ich heute weiß. Also: hochwertige Kräuter, ein Mineralfutter, Luzernepellets obendrauf – weil Carey gerade in einen neuen Stall gezogen war und ich ihr den Übergang leichter machen wollte.
Das Ende vom Lied? Mauke. Hautjucken. Ich hatte ihr den Stoffwechsel mit lauter guten Sachen überlastet. Dieser Fehler hat mich geprägt. Und genau deswegen weiß ich heute so genau, wovon ich rede.
Klick alles an, was dein Pferd gerade bekommt. Gilt für ein gesundes Pferd ohne besondere gesundheitliche Themen.
Als Wildpferde haben sie in kargen Steppen gelebt. Wenig Gras, viel Rohfaser, ein bisschen Kräuter. Und sie waren damit nicht nur okay – sie waren gesund. Ihr Verdauungsapparat ist genau darauf ausgelegt: wenig Futter, das dafür wirklich effizient verwertet wird.
Wenn du drei Zusatzfutter plus Mineralfutter plus Kräutermix zusammenmischst, kann der Stoffwechsel schlicht nicht mehr sauber trennen, was er gerade verarbeitet. Lieber 20 g vom richtigen als 200 g vom falschen. Das gilt für die Qualität genauso wie für die Masse.
Als ich das bei Carey gemerkt habe, habe ich alles radikal gestrichen. Nur noch Heu. Dann ein Blutbild machen lassen – nicht was ich glaubte, dass fehlt, sondern was wirklich nicht stimmte. Und dann gezielt und individuell ergänzt. Das war der Wendepunkt.
Ausnahme: Bei einem Pferd mit besonderen oder gesundheitlichen Themen kann mehr als 2–3 Produkte absolut Sinn machen. Aber dann: gezielt, bewusst und hochwertig – und immer passend zum individuellen Pferd. Nicht nach dem Motto „klingt gut, probier ich auch mal".
Es braucht keine zehn Produkte. Gutes Heu und eine gezielte Grundmineralisierung.
Weder Zusatz noch Masse. Qualität schlägt Quantität – immer.
Blutbild machen lassen. Dann gezielt ergänzen – nicht pauschal.
Ich stand mal an meinem früheren Stall in meinen Anfängen und habe die Fütterungszeit beobachtet. Links und rechts riesige Eimer voller Müsli und Kraftfutter. Ich kam mit meiner kleinen Tupperware. Vielleicht 50 Gramm Kräuter, 50 Gramm Samen. Ich wurde belächelt. Aber weißt du, was das Lustige ist? Carey ging es besser als den meisten Pferden im Stall. Das hat mir mehr gezeigt als jeder Ratgeber.
Beantworte zwei kurze Fragen – du bekommst eine ehrliche Einschätzung.
Kraftfutter macht Sinn – aber für Pferde, die wirklich schwer arbeiten. Kutschpferde, die den ganzen Tag ziehen. Schulpferde mit fünf Reitstunden täglich. Die hatten einen riesigen Energieverbrauch.
Aber unser Freizeitpferd chillt den Großteil seines Lebens auf der Koppel. Wir kommen ein paar Mal die Woche und trainieren eine Stunde. Das ist wunderbar für die Beziehung – aber das ist keine Schwerstarbeit. Warum füttern wir dann wie ein Hochleistungssportler?
Pferde können Getreide eigentlich gar nicht gut verwerten. Ihr Verdauungssystem ist auf Rohfaser ausgelegt. Im Darm sitzt rund 70 % des Immunsystems. Wenn der Darm durch falsches Futter belastet wird, leidet das ganze Immunsystem.
Gutes Heu + ein durchdachtes Mineralfutter + passende Kräuter. Wenn du ein bisschen Masse brauchst: Heucobs oder Grünhafer. Zwei Handvoll, Kräuter und Mineralfutter dazu. Fertig.
Wenn du Getreide füttern möchtest: Hafer ist die einzige Getreideform, die für Pferde noch am verträglichsten ist. Alle anderen – besonders Weizen – schaden dem Pferdekörper mehr als sie nutzen.
Dein Freizeitpferd braucht es höchstwahrscheinlich nicht. Schwere Arbeit verändert die Rechnung.
70 % davon sitzen im Pferdedarm. Falsches Futter belastet nicht nur die Verdauung.
Wenn du Masse brauchst – Heucobs, Esparsette oder Grünhafer. Einfach, sauber, gut.
Ich verstehe das total. Es klingt harmlos. Das Pferd frisst es gerne und schaut zufrieden aus. Was du dabei nicht siehst: In seinem Magen entsteht gerade das, was Tierärzte Tapetenkleister nennen. Und das kann im schlimmsten Fall lebensbedrohlich werden.
Damit du das wirklich verstehst, reisen wir gemeinsam durch den Pferdekörper – vom Maul bis zum Ende. Nach dieser Reise wirst du nie wieder ein Brötchen mit gutem Gewissen ans Gatter halten.
Klick durch die 5 Stationen und sieh, was an jeder Station mit Heu passiert – und was mit Brot.
Brot besteht zu 50–70 % aus Stärke. Beim Kauen entsteht sofort Zucker – deswegen fressen Pferde Brot so gerne. Es schmeckt süß. Aber diese Stärke, die unverdaut in den Dickdarm gelangt, bringt die Darmflora komplett durcheinander.
Mehlhaltige Lebensmittel können in der Speiseröhre steckenbleiben – das nennt sich Schlundverstopfung und ist ein tierärztlicher Notfall. Dazu kommen bis zu 200 zugelassene Zusatzstoffe, Aromen, Hefen. Und wenn das Brot auch leicht feucht ist: Schimmelsporen. Die sind für Pferde hochgiftig.
Wie oft ist ein Wildpferd in der Steppe an ein frisches Brötchen gekommen? Nie. Der Verdauungsapparat des Pferdes ist auf Raufaser ausgelegt – seit Millionen von Jahren. Was artgerecht ist, erklärt sich da von selbst.
Gute Alternativen als kleines Extra: Karotte (in Maßen!), Apfel (vorsichtig – viel Zucker), Heucobs, Luzerne-Würfel. Immer in kleinen Mengen, nie als Hauptfutter.
Gluten bildet im Pferdedarm klebrige Klumpen – der Körper ist evolutionär nicht dafür gebaut.
Fehlgärungen, Kolik, Hufrehe – besonders bei Pferden mit Stoffwechselproblemen.
40 Minuten Kauzeit pro Kilo Heu. 10 Minuten für Getreide. Mehr Kauen = mehr Speichel = Säureschutz.
Stell dir vor, du liegst nachts im Bett. Dein Magen knurrt. Und er fängt an, sich selbst zu verdauen. Klingt brutal? Genau das passiert gerade in diesem Moment tausenden von Pferden in Deutschland. Jede einzige Nacht.
Auch das habe ich damals in meinen Anfängen so gemacht – Carey bekam morgens und abends Heu. Irgendwann wurde er nachts unruhig. Erst als ich verstanden habe, was nachts in seinem Magen wirklich passiert, war mir klar, dass ich das ändern muss. Heute füttern wir ganz anders – und der Unterschied ist enorm.
Wähle ein Fütterungsmodell – und sieh, wie lange der Magen deines Pferdes ohne Puffer ist.
Unser Magen produziert Säure vor allem, wenn wir essen. Beim Pferd ist das anders. Ein Pferdemagen produziert rund um die Uhr Magensäure – egal ob es gerade frisst oder nicht. Ständig. Jede einzelne Stunde.
Und Pferde produzieren Speichel ausschließlich beim Kauen. Kein Kauen, kein Speichel. Dieser Speichel ist der natürliche Puffer gegen die Säure. Wenn dein Pferd nachts nichts zu kauen hat, läuft die Säureproduktion weiter – aber der Puffer fehlt. Die Säure trifft ungebremst auf die Magenschleimhaut. Stunde um Stunde.
Bei Sport- und Rennpferden zeigen Studien: bis zu 90 % davon haben Magengeschwüre. Ein großer Teil geht auf lange Fresspausen zurück. Aber es betrifft auch ganz normale Freizeitpferde – wenn die Pausen zu lang sind.
Wildpferde fressen 12–16 Stunden am Tag. Langsam vorwärts, Kopf gesenkt, ständig kleine Mengen. Genau dafür ist der Verdauungsapparat des Pferdes gebaut. Zweimal täglich einen riesigen Haufen – das ist das genaue Gegenteil davon.
Der Pferdemagen produziert 24h Magensäure. Kein Futter = kein Puffer = Gefahr.
Dieselbe Menge Heu, nur langsamer. Mehr Kauen, mehr Speichel, gesünderer Magen.
Nervöses Pferd? Gierig am Trog? Koppen oder Weben? Manchmal ist die Antwort: Bauchschmerzen.
Wenn du willst, schaue ich gerne mit dir zusammen auf deinen Futterplan. Kostenlos und unverbindlich. Ich schaue mir an, was dein Pferd bekommt, bespreche mit dir, was es wirklich braucht, und gebe dir klare, ehrliche Empfehlungen – aus eigener Erfahrung und vielen Jahren Futterwissen.